Zehn Jahre CloudStack, von der Cloud bis zum Kabel

Published on: November 5, 2026

Apache CloudStack begleitet uns seit zehn Jahren durch den Arbeitsalltag. Unsere eigene Cloud läuft darauf, wir betreiben CloudStack-Plattformen für unsere Kunden, und immer öfter sitzen wir mit anderen Providern und Unternehmen am Tisch, die ebenfalls darauf aufbauen wollen. Zeit, zu teilen, was wir in diesem Jahrzehnt gelernt haben und wie andere Teams heute davon profitieren.

Zehn Jahre echter Betrieb

weSystems ist Cloud-, IT-Infrastruktur- und Managed-Service-Provider mit Standorten in Deutschland, Bulgarien, Dänemark und der Schweiz. Unsere eigene souveräne Cloud, die weSystems Cloud, läuft seit zehn Jahren auf Apache CloudStack, verteilt auf verschiedene Rechenzentrumsstandorte in Deutschland und Europa. Daneben bauen und betreiben wir CloudStack-Plattformen für unsere Kunden.

Als wir angefangen haben, sah CloudStack noch ganz anders aus als heute. Wir haben die Entwicklung Release für Release verfolgt, mehr Versionen aktualisiert, als wir zählen möchten, Hardware-Generationen getauscht, Storage neu gedacht und Teile unseres Netzwerks mehr als einmal umgebaut. Manche dieser Schritte liefen glatt. Andere haben uns Dinge gelehrt, die wir kein zweites Mal lernen wollen.

Was ein Jahrzehnt im Produktivbetrieb wirklich bringt, ist keine Feature-Liste. Es ist ein Gespür dafür, wie sich die Plattform an einem ganz normalen Dienstagnachmittag verhält, wenn ein Host nach dem Neustart nicht zurückkommt oder ein Upgrade etwas berührt, mit dem niemand gerechnet hat. Das steht in keiner Dokumentation. Das lernt man nur, wenn man die Plattform jeden Tag selbst betreibt.

Vom eigenen Betrieb zur Beratung für andere

Irgendwann kamen die ersten Fragen. Andere Provider wollten wissen, wie wir unsere Zonen aufgebaut haben. Unternehmen, die einen Weg raus aus proprietärer Virtualisierung suchten, wollten verstehen, ob CloudStack ihre Workloads tragen kann. Partner wünschten sich einen zweiten Blick auf ihr Design, bevor es live ging.

Also haben wir angefangen, unser Wissen zu teilen. Was als Gespräche innerhalb der CloudStack-Community begann, ist zu einem echten Consulting-Angebot gewachsen. Heute begleiten wir Provider und Unternehmen auf dem ganzen Weg, vom ersten Workshop über Architektur und Konzeption bis zur Implementierung und, wenn gewünscht, zum täglichen Betrieb. Manche Teams brauchen einen Sparringspartner für eine einzige knifflige Entscheidung. Andere geben uns die komplette Plattform in die Hand. Beides ist für uns völlig in Ordnung.

Zwei Beispiele zeigen, wie das in der Praxis aussieht. Ein Provider wollte seine eigene Cloud auf CloudStack aufbauen. Das Team wusste bereits beeindruckend viel über die Plattform, aber aus diesem Wissen die ersten Schritte einer echten Provider-Cloud zu machen, ist eine ganz eigene Herausforderung. Gemeinsam haben wir aus seinen Anforderungen ein Design entwickelt, das genau auf diese Situation zugeschnitten ist, und heute stehen wir dem Team als Sparringspartner zur Seite. Sein tiefes CloudStack-Know-how und unsere jahrelange Betriebserfahrung haben sich als richtig gute Kombination erwiesen, zwei Welten, die sich ergänzen.

Ein anderes Unternehmen setzte CloudStack schon eine Weile ein, als wir uns kennenlernten. Im ersten Gespräch haben wir viele Fragen gestellt und so manche Einstellung und Konfiguration hinterfragt. Vieles davon war, wie sich herausstellte, einfach so gesetzt worden, weil es damals niemand besser wusste. Und es lief ja. Wir haben aufgezeigt, welche Alternativen beim Skalieren deutlich besser tragen, welche Konfigurationen sinnvoll sind, wenn die Ausfallsicherheit steigen soll, und noch einiges mehr. Kaputt war nichts. Es ging darum, dass das auch beim weiteren Wachstum so bleibt.

Ein Teil unserer Motivation ist dabei ganz einfach. Wir finden CloudStack faszinierend und sind überzeugt, dass die Plattform viel mehr Aufmerksamkeit verdient, als sie bekommt. Jedes Team, das erfolgreich darauf aufbaut, macht die ganze Community stärker, und daran mitzuwirken ist eine ziemlich gute Art, einen Arbeitstag zu verbringen.

Unsere Fehler, Ihre Abkürzung

Ganz ehrlich, nicht alles hat beim ersten Mal geklappt. Wir haben Designentscheidungen getroffen, die wir später wieder rückgängig machen mussten. Wir haben auf die harte Tour gelernt, welche Abkürzungen sich beim nächsten Upgrade rächen und welche Annahmen über Hardware die erste Woche im Produktivbetrieb nicht überstehen.

Die gute Nachricht ist, dass niemand diese Lektionen wiederholen muss. Provider und Unternehmen, die heute mit uns arbeiten, bekommen zehn Jahre echte Betriebserfahrung auf dem Silbertablett serviert, inklusive all der Dinge, die uns damals gern jemand gesagt hätte. Das spart Zeit, Nerven und hin und wieder ein Wochenende.

Uns ist dabei wichtig, dass dieses Wissen Unabhängigkeit schafft und keine neuen Abhängigkeiten. Ziel unserer Beratung ist eine Plattform, die unsere Kunden verstehen und selbst betreiben können, ob sie weiter mit uns arbeiten oder nicht. Genau darum geht es für uns bei Open Source. Um die Freiheit zu wählen und das Wissen, aus dieser Wahl etwas zu machen.

CloudStack steht nie allein

Eine Sache haben wir früh gelernt. Fast kein CloudStack-Projekt dreht sich nur um CloudStack.

Sobald man mit einem Kunden zusammensitzt, verzweigen sich die Fragen. Welcher Hypervisor passt? Wie sollte der Primary Storage aussehen, und ist Ceph hier sinnvoll? Wie funktionieren Backups in einer mandantenfähigen Umgebung? Wo sitzen die Firewalls, und wie automatisiert man das alles? Und früher oder später landet jedes dieser Gespräche am selben Punkt. Beim Netzwerk.

Deshalb schaut unsere Beratung auf alles neben, über und unter CloudStack und nicht nur auf die Orchestrierungsschicht. Ein wunderbar konfiguriertes CloudStack auf einem fragilen Netzwerk bleibt eine fragile Cloud. Weil wir den gesamten Stack selbst planen, bauen und betreiben, von der physischen Anbindung und dem Switching über Storage und Virtualisierung bis zu den Services, die Kunden tatsächlich nutzen, betrachten wir ein Setup als ein System. Und weil wir solche Umgebungen täglich betreiben, steckt die Betriebsrealität schon in unseren Empfehlungen.

Im Netzwerk wird es spannend

Kein Teil einer CloudStack-Umgebung unterscheidet sich von Unternehmen zu Unternehmen so stark wie das Netzwerk. Jeder Provider bringt seine eigene Hardware-Historie mit, seine eigenen Herstellervorlieben und seine eigenen Kompromisse. Über die Jahre haben wir Setups auf ganz unterschiedlichen Netzwerk-Stacks entworfen, geprüft und begleitet, und jedes einzelne hielt seine eigenen Überraschungen bereit.

VXLAN ist ein perfektes Beispiel. Auf Basis von BGP und EVPN bietet es CloudStack einen sauberen Weg, Mandantennetze voneinander zu isolieren, und lässt den gesamten Netzwerk-Stack die Risiken großer Layer-2-Domänen hinter sich, zugunsten der Stabilität von Layer 3. Das ist ein riesiger Schritt nach vorn. Das Ganze zuverlässig auf den Switches und Routern zum Laufen zu bringen, die tatsächlich in den Racks stehen, ist allerdings eine andere Geschichte.

Genau darüber spricht unser Kollege Stephan Bienek, Head of Hosting bei weSystems, auf der CloudStack Collaboration Conference 2026 in Edinburgh. In seinem Vortrag „CloudStack on VXLAN – MikroTik and Juniper Challenges“ geht es um die Herausforderungen aus echten CloudStack-Deployments mit VXLAN auf Juniper- und MikroTik-Switches, darunter ein komplett auf MikroTik gebautes Rechenzentrumsnetz, und darum, warum Juniper nicht immer gleich Juniper ist. Wer schon mal um zwei Uhr nachts vor einem Packet Capture saß und sich gefragt hat, wo der VXLAN-Traffic geblieben ist, weiß, warum uns dieses Thema so am Herzen liegt.

Lassen Sie uns über CloudStack sprechen

Ob Sie eine neue CloudStack-Plattform planen, von einem anderen Virtualisierungs-Stack wechseln oder eine zweite Meinung zu Ihrem bestehenden Setup möchten, wir schauen es uns gern gemeinsam mit Ihnen an. Manchmal reicht ein Gespräch, um die Richtung zu klären. Manchmal ist es der Anfang einer langen Partnerschaft. In beiden Fällen sprechen Sie mit Menschen, die CloudStack selbst betreiben, jeden Tag.

Mehr über unser CloudStack-Consulting erfahren Sie auf unserer weSystems Website, oder Sie melden sich direkt bei Alexander Monderkamp unter a.monderkamp@wesystems.ag.

Und wenn Sie auf der CloudStack Collaboration Conference in Edinburgh sind, kommen Sie gern persönlich bei uns vorbei.

Eine englische Fassung dieses Beitrags ist zuerst im Blog der CloudStack Collaboration Conference erschienen: Sponsored Blog post.

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